Die Semmeringeisenbahn

Kapitel 4.0

Bedrohung und Schutz, Management

Theaterspielstätte Südbahnhotel
Theaterspielstätte Südbahnhotel

Die Semmeringbahn ist nach wie vor die Hauptverbindung von Wien nach Graz und Klagenfurt bzw. von Wien nach Slowenien oder Italien. Sie ist in Vollbetrieb, mit täglich mehr als 200 Personen- und Güterzügen.

Für die Bahnstrecke als Kulturgut bestehen zwei ganz unterschied- liche Gefahren: Zum einen durch Modernisierungsmaßnahmen, falls diese wenig Rücksicht nehmen auf die vorhandene Strecke, zum anderen durch die Einstellung des Bahnbetriebes.

Die erste Gefahr wurde bereits frühzeitig erkannt: Die Bahnlinie steht unter Denkmalschutz, jede Änderung und Adaptierung braucht die Zustimmung des Bundesdenkmalamtes. Ebenso ist die Landschaft in Form des Land- schaftschutzgebietes vor schwerwiegenden Eingriffen geschützt.

Kontrovers diskutiert wird seit vielen Jahren die Errichtung eines Basistunnnels – er würde die Reisezeit stark verkürzen.  Es gab aber auch Befürchtungen, dass die Gebirgsstrecke damit nur musealen Charakter hätte. Gegenwärtige Betriebskonzepte binden die bestehende Strecke jedoch aus Ausweichstrecke in ein Gesamtkonzept ein. Unzweifelhaft ist es eine besondere Herausforderung für die Bahn, den Erhalt der ersten Gebirgsbahn der Welt mit den Anforderungen moderner Mobilität in Einklang zu bringen.

Daneben prägt „Event-Tourismus“ den Semmering: in Winter finden Weltcupschirennen oder Wiener Schitage statt, sie bringen tausende Menschen auf den Berg. Auch hier ist die Balance gefordert zwischen notwendiger wirtschaftlicher Entwicklung und Bewahren des kulturellen und natürlichen Erbes. Ebenso gilt es, für den Sommertourismus mit seinen Sportangeboten wie Mountainbiken die Erwartungen und Anforderungen der Urlauber mit dem Erbe der Region zu verknüpfen.