Das historische Zentrum der Stadt Salzburg

Kapitel 6.1

Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg

Die einstige Macht der Kirche ist gerade in Salzburg erlebbar. Erzbischöfe, die gleichzeitig Landesfürsten waren, regierten in prunkvollen Palästen weitgehend rechtlose Bürgerinnen und Bürger. Prachtbauten in Rom erforderten enorme finanzielle Mittel, daher wurde der Freikauf von Sündenstrafen (Ablasshandel) propagiert.

Thesentür – Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg
Thesentür – Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg

An der Wende zwischen Mittelalter und Neuzeit versuchte ein Mann, diese Kirche zu reformieren: Martin Luther. Seine 95 Thesen, die er der Überlieferung nach 1517 an die Kirchentür der Schlosskirche in Wittenberg heftete, führten aber zur Kirchenspaltung. Luther veränderte die Welt. Er forderte die Freiheit des Glaubens, die seiner Überzeugung nach nur mit Bildung der Mitglieder der Kirchengemeinde, also jedes einzelnen, zu erreichen sei. Und er trug dazu bei, dass die Menschen die Bibel verstehen konnten – durch seine Bibel- übersetzung ins Deutsche.

Die konfessionellen Gegensätze wurden leider nicht nur in Diskussionen ausgetragen, es folgten Religionskriege. Etwa 100 Jahre später war der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) ein Krieg um Macht, aber auch ein Religionskrieg und die bis dahin wohl größte Katastrophe, die Europa heimsuchte.

Eisleben erinnert an jenen Ort, in dem Luther geboren wurde. In der Schlosskirche Wittenberg, an deren Portal Luther seine berühmten 95 Thesen veröffentlichte, wurde er begraben. Seit 1996 sind beide Orte Welterbestätten.