Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

(gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz)

Kapitel 4.0

Bedrohung und Schutz, Management

Trotz der schweren Zugänglichkeit sind die Fundstellen vielfältigen Gefährdungen ausgesetzt: Wellenschlag, ausgelöst durch Schiffsverkehr, stellt ebenso eine Gefährdung dar wie die Verbauung der Uferbereiche. Sinkende Wasserstände und der Rückgang von Schilfbeständen beschleunigen die Abspülung der schützenden Deckschichten, darunter liegende Fundstücke gehen verloren. Auch Umweltveränderungen und Klimawandel führen dazu, dass die Erosion jahrtausendealte Siedlungsrelikte zerstört. Eine weitere Gefährdung bringt der intensive Tourismus – meist unbeabsichtigt können Badegäste die Fundstätten beschädigen. Betauchungen durch Laien sind daher generell verboten. Die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe ist ein wichtiger Ansporn für weitere Schutz- und Managementmaßnahmen. Sie trägt insbesondere dazu bei, das Bewusstsein um die Einmaligkeit dieser Funde zu stärken. Der Managementplan enthält eine ganze Reihe von konkreten Maßnahmen. Beispielsweise kann durch das Bedecken mit Kies oder sogenannten Geotextilien die Abspülung zumindest mittelfristig angehalten werden. Eine ganz wichtige Maßnahme ist die umfassende Dokumentation der Fundstellen sowie eine permanente Überwachung. Gefährdungen und Veränderungen können so frühzeitig erkannt werden. Von zentraler Bedeutung ist, die Bevölkerung zu informieren, mit dem Ziel, die Identifikation mit dem Welterbe zu stärken. Waren lange Zeit diese Funde sogar der ortsansässigen Bevölkerung kaum bekannt, so beteiligt sich diese heute vielerorts aktiv am Monitoring und unterstützt Schutzmaßnahmen. Schließlich sollen die Fundstellen für Bildungszwecke intensiv genutzt werden. Die Rekonstruktion von Pfahldörfern– wie aktuell am Keutschacher See geplant, soll dazu in besonderer Weise beitragen. In Oberösterreich sind Ausstellungen geplant, auch an eine Landesausstellung wird gedacht. Dann sollen auch hier Pfahlbauten rekonstruiert werden, denn in vielen Fundstätten sind die Pfahlbauten ein extrem wichtiger Magnet für den Tourismus.

Österreichisches Pfahlbaumuseum Mondsee
Österreichisches Pfahlbaumuseum Mondsee